Die Freundin

Du bist die Freundin, die verzeiht,
dir komm ich niemals ungelegen.
All meine Fehler sind nur dir geweiht,
ich mach sie schließlich deinetwegen.

Und wenn ich fremdgegangen bin,
im Geiste suchend stilles Glück,
du nahmst es ganz gelassen hin.,
ich kam ja stets zu dir zurück.

Denn du bist Sicherheit und Treue,
sei es aus Mitleid oder Liebe,
du bist die Alte immer neue
und hältst dort aus, wo sonst nichts bliebe.

Selbst wenn ich dir den Rücken wandte,
mich glaubte weit entfernt von dir,
standst du als große Unerkannte
geduldig stützend hinter mir.

Drum nimm mich, Vielgeliebte,
doch nicht nur an die Hand –
nimm einfach, oft Gehasste,
mir noch den Rest Verstand !
Eingehen will ich hirnlos
In deiner Arroganz –
Mit dir wird Schwäche Stärke,
doch nimm mich endlich ganz.
Dann bin ich wie so viele,
nur dass ich`s auch nicht merke.
Was ich dabei verliere –
Für dich nehm` ich`s in Kauf.
Erlöse mich, oh Dummheit,
und nimm mich in dir auf !