Hallo Fater!

Nicht hundert%ig durchgearbeitet, aber weil lange nix geschrieben und gefaxt mal ein Blatt zum Thema :
Das kommt von das!: Ich kenne so einige (sogar ungewollt & persönlich), die meinen, wenn man das inhaltlich Schlechte, das Hässliche, ja nur das Heikle weglässt, ist das künstlerische Ergebnis quasi automatisch gut und schön (von denen, die gleich den Inhalt weglassen, ganz zu schweigen). Jedoch das einzige, was dabei ablesbar herauskommt ist belanglose Nettigkeit. Selbst das wäre akzeptabel, wenn es denn einer durchdachten, gewollten Entscheidung entspränge.
Was aber säuberlich verdrängt dahinter steckt, ist wohl eher Angst. Angst zu missfallen. Und wohl auch noch die Feigheit sich mit Dingen auseinanderzusetzen, die wie auch immer unangenehm und / oder unschön sind. Das ist die gleiche eingeengte Scheuklappensicht wie bei denen, die nur auf’s Gegenteil setzen; so wie die einen sich lieb Kind machen, mimen die anderen das enfant terrible.
These und Antithese, aber eben nix mit künstlerischer Synthese, wo es doch darum gehen könnte und sollte möglichst viele Facetten aus dem Chaos der Welt zu schleifen, da reduzieren sie’s auf einen kärglichen Gedankensplitter, der mit jeglicher Wiederholung stumpfer wird. Und da ihnen in ihrer Mono-Polarität das Erkennen und womöglich Auflösen von Widersprüchlichkeiten nicht gegeben ist, geht ihnen auch der Humor ab. Zu finden ist höchstens oberflächliche bis gequälte Witzischkeit – und die kennt laut Hape Kerkeling ja keine Grenzen. Na denn – überlassen wir sie ihrem selbstherrlichen Widerspruch – der grenzenlosen Beschränktheit. (im Gegensatz zur freiwilligen Selbstbeschränkung). Und lachen uns eins – denn grade die, die keinen haben, sind nur mit Humor zu ertragen.

Es grüßt dich Söhnlein am 270706